• Julia

Wann ist die optimale Zeit zum Bepflanzen meines Gartens, der Terrasse und des Balkons?

Aktualisiert: 29. Sept. 2021

Kann ich im Herbst überhaupt noch etwas pflanzen?

Diese Frage stellen sich viele Garten- und Terrassenbesitzer. Tatsächlich haben Sie aber bei der Pflanzzeit viel mehr Spielraum, als Sie womöglich ahnen. Erfahren Sie in diesem Beitrag alles rund um die Bepflanzung von Pflanzgefässen und Ihres Gartens.



Beitrags-Übersicht

  1. Warum muss ich überhaupt eine Pflanzzeit beachten? Kleiner Ausflug in die Botanik.

  2. Gibt es unterschiedliche Pflanzzeiten für die verschiedenen Pflanzen?

  3. Wann kann ich meine Terrasse/ meinen Balkon bepflanzen?

  4. Was kann ich im Sommer und Winter tun?

  5. Welchen Einfluss hat das Material des Pflanzgefässes auf meine Pflanzen?

  6. Wie befülle ich meine Pflanzgefässe richtig?

  7. Beratung & Empfehlungen



 

1. Warum muss ich überhaupt eine Pflanzzeit beachten? Kleiner Ausflug in die Botanik.


Bei unseren mehrjährigen Pflanzen besteht der Jahreszyklus aus einem aktiven Stadium, in dem die Pflanze wächst, blüht, fruchtet und sich entfaltet (Vegetationsphase) und einem Ruhestadium (Vegetationspause/-ruhe, photosynthetisch inaktiv). In der Vegetationspause überdauern die Pflanzen den Winter.

Bei den laubabwerfenden Pflanzen (die Sommergrünen) ist die Vegetationspause deutlich sichtbar - mit dem Herbst färben sich die Blätter und fallen nach und nach. Nach dem Laubfall sind diese Pflanzen bis zum Austrieb im Winterschlaf.

Bei den immergrünen Pflanzen ist die Vegetationspause weniger gut sichtbar, da sie beginnt, sobald das aktive Wachstum pausiert. Die Blätter bleiben jedoch erhalten und die Pflanze benötigt deshalb im Winter Unterstützung in Form von Giessen an warmen, sonnigen Tagen. Denn die Immergrünen verdunsten auch im Winter weiterhin Feuchtigkeit über ihre Blätter. Der Blattwechsel findet bei den Immergrünen übrigens das ganze Jahr über statt. Die Blätter fallen vereinzelt, sodass es kaum wahrnehmbar ist.


Ihre Energie stecken die Pflanzen in der Vegetationszeit in Blatt- und Blütenaustriebe, sowie das Fruchten, aber auch ins Wurzelwachstum. Ein zusätzlich notwendiges, starkes Wurzelwachstum in dieser Zeit würde die Pflanze schwächen. Daher ist die Vegetationsruhe für das Pflanzen besser geeignet.

In dieser Zeit ist der Stoffwechsel der Pflanze herunter gefahren, die sommergrünen Arten nehmen somit kein Wasser oder Nährstoffe auf und auch die immergrünen Arten befinden sich in einer Wachstumspause. Die letzte Energie des Herbstes und die erste Energie des Frühjahrs kann direkt in das Wurzelwachstum investiert werden, was die Pflanze zum Anwachsen nach dem Einpflanzen benötigt.


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In Mitteleuropa gehen wir von einer Vegetationsruhe ca. von Oktober bis März aus.

Die Vegetationszeit liegt dementsprechend zwischen April und Oktober, mit dem Höhepunkt von Mai bis Juli.

Als Pflanzzeit eignet sich der Herbst ab September bis Anfang Dezember oder das Frühjahr von Anfang März bis Ende April. In den Monaten dazwischen ist der Boden meist gefroren oder zu nass.

Im goldenen Herbst profitieren die Pflanzen vom noch warmen Boden, eine erste Verwurzelung bis zum Winter kann erfolgen.


Auch ausserhalb der empfohlenen Pflanzzeiten kann gepflanzt werden. Es besteht dann jedoch ein grösseres Risiko, dass die Pflanzen nicht anwachsen, vertrocknen, absterben. Pflanzungen im Sommer bedingen aufwändiges Wässern und gute Pflege. Für die Pflanzen bedeutet eine Sommerpflanzung viel Stress, was sich auf die Gesundheit auswirken kann und letztendlich negative Folgen für Blüte und Frucht haben kann.



 

2. Gibt es unterschiedliche Pflanzzeiten für die verschiedenen Pflanzen?


Tatsächlich sollten vor allem frostempfindliche Pflanzen besser erst im Frühjahr gepflanzt werden.

Das gilt z.B. für wurzelnackte Pflanzen, also alle Pflanzen, die ohne Wurzelballen verkauft werden.


Insbesondere immergrüne Pflanzen sollten rechtzeitig vor dem Winter gepflanzt werden, schon im August/September, um ihnen ein genügendes Einwurzeln zu ermöglichen. Dennoch sind sie durch die Verdunstung im Winter zu stark gefährdet zu Vertrocknen. Mit dem Frühling geht man auf Nummer sicher.


Sommerflor - also Pflanzen, die nicht ausdauernd sind - vertragen in der Regel keine Fröste, daher sollte man Spätfröste im Frühjahr umgehen und diese erst nach den Eisheiligen im Mai auspflanzen bzw. bei der Verwendung in Töpfen auf der Terrasse oder auf dem Balkon darauf achten, dass sie gut geschützt sind.

Dasselbe gilt für Nutzpflanzen und junge Kräuter.


Eine Besonderheit sind die Geophyten, also die Zwiebel-/Knollenpflanzen.

Hier schaut man auf die Blütezeit. Zwiebelpflanzen, die im Frühjahr und Frühsommer blühen, setzt man bereits im Herbst. Herbstblühende Geophyten kommen im Frühling ins Beet oder in den Topf.

Geophyten beziehen ihre gesamte Energie aus der Zwiebel/Knolle. Pflanzstress führt zu einem Energieverlust, der schlecht ausgeglichen werden kann (ähnlich, wie wenn man Geophyten mit noch grünen Blättern schneidet - auch